LQN im Rahmen von LEADER
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Projektarbeit nimmt zügig Fahrt auf

Ein Bericht des Schwarzwälder-Boten vom 28.01.2011; Von Petra Schoch Bad Rippoldsau-Schapbach.

Winterimpression aus Bad Rippoldsau-Holzwald: Arbeitskreise bringen das Projekt "Lebensqualität durch Nähe" voran. Fotos: Schoch Foto: Schwarzwälder-Bote

Die Frage ist provokant – die Antwort auch: Wer oder was ist Gemeinde, und wer ist verantwortlich für die Lebensqualität in einer Gemeinde? Ist es der Staat? Sind es "die im Rathaus"? Sind es "die anderen"? Oder sind die Einwohner selbst dafür verantwortlich? Tatsache ist: Mehr Lebensqualität im Ort geht nicht ohne aktive Bürgerbeteiligung. Ein Beispiel dafür ist das Projekt "Lebensqualität durch Nähe" (LQN) in Bad Rippoldsau-Schapbach. Wir stellen heute dessen Werdegang und Grundzüge vor und anschließend in loser Reihenfolge die Arbeitskreise, die das Vorhaben voranbringen.

Das Projekt wurde dem Gemeinderat im Juli 2008 von Ingrid Engelhart, Geschäftsführerin von "SPES – Zukunftsmodelle für Menschen und Lebensräume", vorgestellt. Das Gremium stimmte LQN, wie sich Bürgermeister Bernhard Waidele erinnert, "nach angespannter Diskussion" mit deutlicher Mehrheit zu.

Seit gut einem Jahr läuft "Lebensqualität durch Nähe" nun in Bad Rippoldsau-Schapbach. Man befindet sich dabei in guter Gesellschaft. 35 Orte aus Baden-Württemberg und Oberösterreich nehmen an dem mit EU-Mitteln geförderten Projekt teil. Ziel ist es, zukunftsfähige Handlungskonzepte zu erarbeiten. Bürger können dabei eigene Vorstellungen einbringen, um neue Ansätze zu entwickeln, mit denen die Lebensqualität vor Ort gesteigert werden kann. Über eine Laufzeit von ungefähr zwei Jahren werden die Gemeinden dabei unterstützt und begleitet von erfahrenen Projektbetreuern. Dabei wird auf den Austausch mit anderen Gemeinden großen Wert gelegt, denn das Rad muss nicht jedes Mal neu erfunden werden. Was einmal funktioniert, kann – an die eigene Situation angepasst – übernommen werden.

Bürgermeister Bernhard Waidele war von dem Ansatz dieses Konzepts von Anfang an überzeugt und begeistert, leistet Überzeugungsarbeit im Gemeinderat und setzt sich engagiert dafür ein, dass LQN auch in Bad Rippolds-au-Schapbach anlaufen kann. Im Oktober 2009 wurde das Projekt bei einer Bürgerversammlung der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Vorfeld zu dieser Veranstaltung hatte sich schon einiges getan. Erste Ideen, was Lebensqualität in der Doppelgemeinde bedeuten kann, wurden von Bürgern vorgestellt.

Denn vieles gibt es in der Gemeinde zu verbessern. Die Nahversorgung im Ortsteil Bad Rippoldsau existiert so gut wie gar nicht mehr, das Wir-Gefühl im Ort muss verbessert werden, die Gästeübernachtungszahlen sind alarmierend niedrig, und das Thema Offenhaltung der Landschaft ist ein besonders heißes Eisen.

Projektbegleiter Bernhard Goldschmidt animierte die Zuhörer bei der Bürgerversammlung zur Mitarbeit. Doch Stimmen aus dem Publikum meldeten Bedenken an, einige fürchten, dass das bereits bestehende bürgerschaftliche Engagement durch LQN behindert werden könnte – in der Vereinsarbeit, bei der Betreuung älterer Mitbürger, beim Aufbau des Bärenparks. Bei anderen Zuhörern wurden Erinnerungen an "Fünf vor Zwölf" wach. Das Projekt, das vor einigen Jahren große Hoffnungen im Ort geweckt hatte, mit viel Herzblut und großem Einsatz begonnen wurde, verlief irgendwann still und leise im Sand. Viel ehrenamtlicher Einsatz schien vergeblich gewesen. Und so endete die Auftaktveranstaltung im Kurhaus Bad Rippoldsau nachdenklich.

Es dauerte bis zum April 2010, bis sich dann doch einige Bürger fanden, um "Lebensqualität durch Nähe" starten zu können. Es wurden drei Arbeitskreise mit den Themen Nahversorgung, Tourismus und Landschaftspflege gebildet, dazu der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit. Der ist – wegen der geringen Teilnehmerzahl – in den Arbeitskreis Nahversorgung eingebaut. Neun Monate nach dem Start hat sich einiges bewegt. Die Arbeit in den Arbeitskreisen läuft. Alle zwei Monate finden so genannte Kernteamtreffen statt, bei denen Vertreter aller Arbeitskreise zusammenkommen und sich über die Arbeit austauschen. Besonders hilfreich ist auch der Austausch mit anderen Gemeinden, der immer wieder angeboten wird.

Ein weiterer Schritt ist die Einrichtung des neuen LQN-Stammtischs, der Anfang Januar zum ersten Mal stattfand. In ungezwungener Runde wird über alle Themen rund um das Projekt diskutiert. Der nächste Stammtisch findet am Dienstag, 8. Februar, um 20 Uhr im Gasthaus Sonne in Schapbach statt. Jeder ist dazu eingeladen.

Weitere Informationen: bei Projektleiter Bernhard Goldschmidt (E-Mail: goldschmidt@spes-zukunfsmodelle.de) und auf der Internetseite www.spes-zukunftsmodelle.de


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