LQN im Rahmen von LEADER
.... zurückSüdschwarzwaldThemenElzachGlottertalLenzkirchUnterkirnachMach-mit-TagPressespiegel_Unterkirnach12.2.2011 Südkurier08.02.2011 Schw. Bote20.10.2010 Südkurier19.10.2010 Schw. Bote13.09.2010 Südkurier12.09.2010 Schw. Bote18.03.2010 SüdkurierBürgerversammlung
Schriftgröße :  
A A A

Viele Ideen für eine bessere Zukunft

Ein Bericht des Südkurier vom 20.10.2010. Von Hella Schimkat.

Unterkirnach – Die Gemeinde Unterkirnach ist mit ihrem Projekt „Lebensqualität durch Nähe“ eine der Vorreiter in der Kooperation mit der „Leader“-Aktionsgruppe Südschwarzwald. Vier Arbeitskreise haben sich zusammengefunden, nachdem Alexander Hölsch im Februar an zwei Abenden das Zukunftsmodell „Spes“ vorgestellt hatte und dafür geworben hatte, dass sich Bürger in Arbeitskreisen zusammenfinden, denn: „Die Zukunft der Gemeinde liegt in den Händen ihrer Bürgerinnen und Bürger“.

Wieviel Lebensqualität die Nahversorgung im Ort bietet, testet eine Besucherin bei den ersten Probiertagen am Stand von Gerda Jäckle (rechts) und dem Bäuerinnenladen. Mit dem Thema Lebensqualität haben sich jetzt auch verschiedene Arbeitskreise beschäftigt.

Bild: Schimkat

„Stimmt“, sagten sich viele Bürger, denen die Zukunft der Gemeinde am Herzen liegt und trafen sich regelmäßig zur Ideenfindung an runden Tischen. Jetzt hatte Alexander Hölsch die Arbeitskreise in den Bürgersaal eingeladen, wobei er sich höchst gespannt zeigte, wie nach einem halben Jahr der Stand der Dinge sei.

Manfred Kuon, Inhaber des Lebensmittelmarkts „Markant“, sprach als erster über den Arbeitskreis Nahversorgung. Er berichtete von den ersten Probiertagen auf dem Unterkirnacher Mühlenplatz, die zum großen Erfolg wurden. Die Besucher drängten sich im Mühlentreff, wo es all das, was die Unterkirnacher Geschäfte im Angebot führen, meist kostenlos zum Probieren gab. Kuon, der sich selbst sehr stark eingebracht hatte, schwärmte von „einer runden Sache“, bei der sich Unterkirnachs Nahversorgung bestens präsentiert habe. Auch die Gastwirte hatten sich in ihren eigenen Räumlichkeiten mit besonderen Probieressen beteiligt. Nicole Günaydin sucht noch nach einem Weg, das Seestüble mit Einzelgestattungen, zum Beispiel freitags von 10.30 bis 18 Uhr, und samstagabends ein halbes Jahr auf Probe wiederzubeleben. Sie nimmt weiterhin gerne Anregungen von interessierten Bürgerinnen und Bürgern entgegen. 

Elfriede Dufner, Vorsitzende des Gemeindehilfevereins, wirkt tatkräftig im Arbeitskreis „Soziale Vernetzung“ mit. Hier wird Großartiges in der Altenhilfe, Krankenpflege und Nachbarschaftshilfe geleistet, berichtete sie und meinte: „Wer kennt nicht Schwester Helga?“, Ansprechperson für alle Kranken und Pflegebedürftigen. Der Gemeindehilfeverein, der 450 Mitglieder zählt, arbeite gerne mit der Caritas und Gabriele Fichter in der neuen Anlage für Betreutes Wohnen zusammen, betonte sie. Helga Dufner regte generationenübergreifende Veranstaltungen in der Wohnanlage an. Sie wünschte sich drei bis viermal im Jahr ein Treffen für Neubürger, auch sollte auf der Homepage der Gemeinde eine Spalte eingerichtet werden, auf der alles zu finden sei, was die Gemeinde für Familien anbiete.

Im Arbeitskreis „Service, Angebot für Gäste“ hatten sich Günter Nierhaus, Jutta Böing, Christian Utischill, Gerold Löffler und unter anderem Bernhard Kuberczyk Themen wie „Erweiterung der Bettenkapazität“, „Verbesserung der gastronomischen Infrastruktur“ und „Tourismus, Kultur und Museum“ vorgenommen. Das A und O sei hier die Bettenkapazität, erklärte Jutta Böing, die an allen Seiten für den Erhalt der Kapazitäten kämpft. Sie hat es mit der Stagnation der Qualität und dem Rückgang der Quantität zu tun. Die Zahl der privaten Gästebetten war um 37 – Stand September 2010 – zurückgegangen, sechs Betten waren neu dazugekommen, mache zur Stunde 246 private Betten gegenüber 277, erklärte sie. Sie hatte sich das Familienhotel Feldbergerhof, das sich mit familienfreundlicher, kindgerechter Einrichtung eine Auslastung von 80 Prozent bei 550 Betten sichert, angeschaut. „Wir können uns nicht vergleichen, aber doch einige Anregungen mitnehmen“, betonte sie. Der Bedarf der Gäste in Unterkirnach habe sich gewandelt: „Viele Familien fragen nach Häusern und größeren Wohnungen, davon habe ich nicht genug“. Ein Hotel könne auch in der Nebensaison mit Sonderangeboten reagieren. Die Bebauung des Geländes am Sommerberg II wäre eine Möglichkeit zu reagieren, so die Leiterin der Touristinformation. „Macht es Sinn, ein Gästehaus mit Hotelbetrieb zu bauen?“, stellte sie in den Raum. Die Mischung zwischen Ferienhäusern und Ferienwohnungen mit verschiedenen Schlafzimmern mache es ihrer Meinung nach. „Wir sollten uns mit möglichen Finanzierungsmodellen beschäftigen und mehrere Häuser in anderen Ferienorten anschauen“, regte sie an.

Christian Utischill und Wolfgang Wimmer stellten ihren neuen Arbeitskreis, an dem sich mehrere Bürger beteiligen, vor. Mit der „Initiative Neuansiedlung“ will sich der neue Arbeitskreis um junge Familien, Dienstleistung und Marketing in der Gemeinde bemühen. Wimmer nannte Beispiele wie eine „Willkommensbroschüre“ als Imagebroschüre für den Ort sowie Internetauftritte, um das Gewerbe und die Dienstleistungen zu erweitern. Günstige Gewerbesteuersätze, Existenzgründerpakete mit kostenloser Erstberatung in Finanzierung und Steuerrecht sowie die Einrichtung eines Kompetenzzentrums in der Gemeinde waren nur einige der Vorschläge des neuen Arbeitskreises.

Alexander Hölsch zeigte sich begeistert davon, wie die Bürger an einem Strang zogen und regte ein nächstes gemeinsames Treffen am 7. Februar an.


[→ zum Seitenanfang]

Seite drucken:  Drucken

Logo Baden-Wuerttemberg
Logo der EU
Europäischer Landwirtschaftsfonds für die
Entwicklung des ländlichen Raums. Hier
investiert Europa in die ländlichen Gebiete