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Energiegenossen gehen an den Start

Ein Bericht der Badischen Zeitung vom 29.01.2011. Von Ralf Morys.

Arbeitskreis CO2 reduziertes Lenzkirch gründet im Frühjahr eine Bürgerenergiegenossenschaft / Photovoltaik als erstes Projekt.

Eine Photovoltaikanlage möchte der Arbeitskreis CO2 reduziertes Lenzkirch auf einem öffentlichen Gebäude als Startprojekt installieren und über eine noch zu gründende Bürgerenergiegenossenschaft finanzieren. Eine größere Anlage im Hochschwarzwald hat der Landkreis auf dem RAZ-Gebäude in Titisee-Neustadt installiert. Foto: Privat

LENZKIRCH. Die Phase der Findung geht zu Ende. Im Arbeitskreis CO 2 reduziertes Lenzkirch hat sich ein "harter Kern" von rund einem Dutzend Personen zusammengefunden, der jetzt den Ideen zur Nutzung von heimischen Energien auch Taten folgen lassen möchte. Dafür soll in den kommenden Wochen und Monaten ein Spannungsbogen mit verschiedenen Informationsveranstaltungen aufgebaut werden, der dann in die Gründung einer Bürgerenergiegesellschaft mündet und diese auf eine möglichst vielköpfige Basis stellen soll.

Nach der Schließung von mehreren Geschäften im Haslachstädtchen hatte sich der Gemeinderat vor rund zwei Jahren dazu entschlossen, sich am Projekt "Lebensqualität durch Nähe", das von der EU gefördert wird, zu beteiligen. Quasi als Geburtshelfer wirkt seit der ersten Stunde die Freiburger Firma Spes-Zukunftsmodelle für Menschen und Lebensräume mit. Projektleiter ist Alexander Hölsch. So sind aus den gemeinsamen Überlegungen, wie die Lebensqualität durch Nähe in Lenzkirch erhalten oder womöglich ausgebaut werden könnte, drei Arbeitskreise entstanden. Jeder Arbeitskreis für sich gewann Mitstreiter, suchte sich Themen und nahm die Arbeit auf.

Der Arbeitskreis CO2 reduziertes Lenzkirch hat in seinem inneren Zirkel rund ein Dutzend Mitstreiter versammelt. Klaus Staub ist der Koordinator und wird in seiner Arbeit von Uwe Krebs und Angelika Lohnert unterstützt. Mit Vorträgen, Filmen und einem Infomobil möchte der Arbeitskreis nun das Feld für die Nutzung der heimischen Energien beackern und so das Interesse an der Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft kontinuierlich steigern.

Arbeitskreis legt sich auf eine Photovoltaikanlage fest

In dieser Woche war die Vorsitzende des Verbandes der Bürgerenergiegenossenschaft, Elisabeth Strobel, zu einem Gespräch in Lenzkirch. Mit Bürgermeister Reinhard Feser und Klaus Staub führte sie ein beratendes Gespräch. In Baden-Württemberg gibt es bislang bereits 36 solcher Genossenschaften. Erfahrungswerte sind also vorhanden. Diese gelte es zu nutzen, und in die eigene Bürgerenergiegenossenschaft Lenzkirch einfließen zu lassen. Im ersten Quartal 2011 soll bei den energiebewussten Bürgern das Interesse geweckt werden und die Gründungsversammlung der Bürgergenossenschaft ist, laut Staub im Mai oder im Juni geplant.

Im BZ-Gespräch betonen Klaus Staub, Angelika Lohnert und Uwe Krebs, dass der Arbeitskreis mit seinem ersten Projekt beschäftigt ist und hat sich nach einer Sondierungsphase zunächst auf eine Photovoltaikanlage festgelegt hat.

Vom finanziellen Aufwand her scheint dies am ehesten umsetzbar zu sein. Nahwärme, Wind- und Wasserkraft oder eine Biogasanlage sind gleich mit hohen sechs- oder gar siebenstelligen Investitionen verbunden. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 25 Kw wäre mit einer Investition von rund 50 000 Euro verbunden. Und diese Summe müsste über eine Bürgerenergiegenossenschaft aufzubringen sein, glauben die Schrittmacher im Arbeitskreis. In der Genossenschaft können jede natürliche Person, aber auch Firmen, Kirchen, Kommunen und Verbände mitmachen. Als kleinste Einlage schwebt den Machern eine Summe von 100 Euro vor – nach oben gibt es dabei keine Einschränkungen. Die Einlage kann neben Bargeld auch von Privatpersonen in einer Vermietung der eigenen Dachfläche an die Genossenschaft für eine Photovoltaikanlage erfolgen. Anders als in einer Aktiengesellschaft hat jeder Genosse, unabhängig von seiner Einlage, jedoch nur eine Stimme.

Der Arbeitskreis sucht noch eine geeignete Dachfläche für das erste Projekt und möchte möglichst ein öffentliches Gebäude dafür verwenden. So ist der Bauhof mit Blick auf eine mögliche Haftung, die angrenzenden Schuppen wegen schlechter Einstrahlung wieder verworfen worden. Auch beim Kurhaus überwogen am Ende der Abwägung die Bedenken. Die Hochfirsthalle in Kappel ist ein Fachdach, das wohl keine 20 Jahre ohne Sanierung auskommen wird. Gleiches gilt für die Sporthalle in Lenzkirch. Deren Flachdach hat die Gemeinde gerade wieder saniert, doch dies bedeutet im Hochschwarzwald mit seinen extremen Wetterlagen eben nicht, dass es zwei Jahrzehnte lang keine Sorgen mehr damit gibt. Favorit unter den öffentlichen Dachflächen ist derzeit das Kino im Höfle und die Prüfung läuft.

Weiter die ganze Bandbreite heimischer Energien im Blick

Bis zur Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft ist die Dachauswahl getätigt, ist sich Klaus Staub sicher und Angelika Lohnert ergänzt, dass die Dachflächen im Detail geprüft werden müssen, denn das Startprojekt müsse zünden, um so beste Werbung für die Genossenschaft machen zu können. Die erste Photovoltaikanlage solle ja nur der Anfang sein. Der jetzige Arbeitskreis habe sein Ziel erreicht, wenn eines Tages auch auf dem Dach der St. Nikolauskirche eine Photovoltaikanlage installiert würde, blickt Lohnert aus dem eigenen Fenster auf die große, südlich ausgerichtete Dachfläche des Kirchengebäudes im Ortskern.

Die Arbeit im Arbeitskreis verläuft mehrspurig. Neben dem ins Auge gefassten Startprojekt und der Gründung der Genossenschaft, gilt auch anderen Nutzungen von heimischen Energien die Aufmerksamkeit. In St. Peter ließ man sich über ein Nahwärmeprojekt informieren. Der Energiegewinnung mit Wasserkraft nahm man sich an und dachte über das große Wasserrad am Kurhaus nach, das vom Urseebach angetrieben wird. Dessen unterschiedliche Wasserstände ließen jeden wirtschaftlichen Gedanken daran aber wieder dahinplätschern. In der Prüfung befinde sich noch die Schleifenmühle. Und auch Biogasanlagen bleiben in der Runde ein Thema. Eines sei aber sicher, betont Klaus Staub: Die zu gründende Genossenschaft werde nur auf ausgereifte Techniken setzen und nicht in Richtung Forschung und Entwicklung gehen.

Wer im Arbeitskreis CO 2 reduziertes Lenzkirch mitmachen oder Fragen zur kommenden Bürgerenergiegenossenschaft hat, kann sich an Klaus Staub, Klaus-staub-beratung@t-online.de, odder Uwe Krebs, UKGalileo@aol.com oder an Angelika Lohnert, Angelika.lohnert@t-online.de wenden.


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