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„Lebensqualität durch Nähe“ ist auf einem guten Wege

Ein Bericht der Badischen Zeitung vom 30.10.2010. Von Ralf Morys.

Projektleiter Alexander Hölsch sieht die drei Arbeitskreise von "Lebensqualität durch Nähe" auf einem guten Wege.

Treffend er drei AK imEU-Projekt Lebensqualität durch Nähe Foto: ralf Morys

LENZKIRCH. Zu einem Erfahrungsaustausch trafen sich die Mitglieder der drei Arbeitskreise am Donnerstagabend im Kurhaus, die im EU-Leaderprojekt "Lebensqualität durch Nähe", das Haslachstädtchen zumindest weiter so lebenswert wie heute erhalten wollen. Von den gut 4900 Einwohnern fanden sich 28 Bürgerinnen und Bürger in der Runde ein. Projektleiter Alexander Hölsch war zufrieden und sprach von einer "stattlichen Runde". Heute gehe es um den Stand der Dinge und wie die Projekte vorankommen können.

Mit dem Thema Nahversorgung beschäftigt sich der Arbeitskreis "Läden erhalten, Leerstand beheben". Projektleiter Alexander Hölsch sprach von einer "ganz guten Runde". Dieser gehören auch drei Vertreter der Gewerbegemeinschaft Lenzkirch, drei Gemeinderäte und Bürgermeister Feser an. Die Gruppe sei breit aufgestellt und Hölsch gab sich zuversichtlich, dass der Arbeitskreis dies hinbekommt. Nicht leicht sei es einen Einstieg zu finden. Primär gelte es das Bewusstsein für das Einkaufen im eigenen Ort zu sensibilisieren. Dabei soll auf die von Anfang an vorgeschlagenen Sammelkärtchen gesetzt werden. Diese werden mit einem Quiz verknüpft. Ute Walz und Andrea Wiest wollen dies vorantreiben.

Zu den Leerständen könnten Ausstellungen mit Firmen, Vereinen oder Schulklassen initiiert werden, bei denen das "schönste Schaufenster" gewinnt. Eine Idee sei auch den Wochenmarkt im Winter zu erhalten, und in einen leeren Laden zu bringen. Einige Neustädte seien Stammgäste auf dem Lenzkircher Wochenmarkt, weil er schöner sei, als der in Neustadt, war zu hören. Vielleicht könnte er vergrößert werden. All dies soll dazu dienen, das Einkaufen in Lenzkirch zu einem Erlebnis zu machen. Bürgermeister Reinhard Feser zog ein erstes Fazit des Arbeitskreises und meinte: "Das Interesse ist da, etwas zu bewegen."

Ein Arbeitskreis steht auf einer besonders breiten Basis

Mit dem weitreichenden Thema Nachbarschaftshilfe befasst sich der zweite Arbeitskreis unter dem Motto: "Altwerden in gewohnter Umgebung." Das vergangene Treffen dieser Gruppe mit dem Leiter der Sozialstation, Georg Scharbatke, sorgte bei einigen für gedrückte Stimmung, weil es nicht gelungen sei, die eigenen Ziele zu verdeutlichen und den Konkurrenzgedanken zu zerstreuen. Hölsch dagegen sprach von einer "guten Tagung mit dem Chef der Sozialstation, die gut aufgestellt ist". Der Arbeitskreis müsse überlegen, sind die vorhandenen Angebote so, wie man sie braucht ? Der Arbeitskreis verfüge über eine breite Basis, auf der man vielleicht eigene Aktionen entwickeln könnte, ohne in Konkurrenz zur Sozialstation zu treten, motivierte Hölsch.

Nachbarschaftshilfe tritt nicht in Konkurrenz zur Sozialstation

Gerdy Wiemer erinnerte, der damalige Infoabend sei von Angst vor Konkurrenz geprägt gewesen. Der Arbeitskreis wolle älteren Menschen helfen, die nicht mehr alles selbst erledigen können, aber in keiner Pflegestufe eingereiht sind. Diesen Bereich wolle man abdecken und diese Lücken ausfüllen, ohne pflegedienstliche Aufgaben zu übernehmen. Hier gehe es um Bügeln, Einkaufen, Spazierengehen, Rasenmähen oder einmal einen Knopf annähen. Brigitte Kuhnimhof sah darin eine wunderbare Ergänzung zu den Diensten der Sozialstation. Dass dieser Bedarf vorhanden ist, unterstrich Hölsch mit Zahlen aus Unterkirnach, einem kleinen Vorort von Villingen-Schwenningen. Die Gemeinde werde von der Sozialstation versorgt und dennoch kam ein solcher Helferkreis auf 10 000 Stunden im Jahr.

Den Faktor Personalbeschaffung sprach Klaus Staub an. Mit steigenden Beschäftigungszahlen werde die Sozialstation sich schwerer tun, genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Dies könne zur Konsequenz führen, dass die Zeit pro Visite weniger werde und die Pflege dann Vorrang hat, meinte Gerdy Wiemer. Sie wolle, dass der Arbeitskreis mit den Kirchen zusammenarbeitet. Die katholische Gemeinde habe ein tolles Altenwerk, in dem man sich im November vorstellen wolle, während die evangelische Kirchengemeinde, nach mehr als einjähriger Zeit mit vakanter Pfarrerstelle, erst wieder auferstehen müsse.

Die größte Dynamik hat der dritte Arbeitskreis entwickelt. Unter dem Leitspruch, "CO² neutrales Lenzkirch" gegründet, hat er sich nun in "CO² reduziertes Lenzkirch" umbenannt. Mit anfänglich zehn Leuten ging man daran, Ziele für unterschiedliche Energietypen zu erarbeiten, berichtete Klaus Staub. Bei den monatlichen Treffen gingen die Wogen hoch. Zu Holz hieß es: Die Menge reicht nicht aus; zu Windkraft: Zu heißes Thema mit Blick auf die Hochfirst-Erfahrungen; zu Wasser: Es fehlt an Masse und Gefällstrecken; zu Biomasse: Lenzkirch dürfe kein Sammelort für die von überall angekarrte Brühe werden. Eine weitere Erkenntnis lautete: Geld wird gebraucht und eine hohe Bürgerbeteiligung.

Als Startprojekt fasste man das Wasserrad am Kurhaus ins Auge und die Wärmenutzung der Kläranlage. Zudem steht man als Bioenergiedorf am Start. Von 14 Bewerbern im Wettbewerbs kommen fünf Gemeinden aus dem Landkreis Breisgau Hochschwarzwald. Eine Gemeinde aus dem Landkreis hat es locker in die Gewinnergruppe von fünf Gemeinden geschafft, die am 24. November in Hinterzarten vorgestellt werden.

Zu gründende Energiegenossenschaft soll Photovoltaik-Anlage finanzieren

Das Thema Wasserrad ist durch ein Photovoltaik-Projekt als Startprojekt abgelöst worden. Vom Vorhaben auf dem Bauhofdach nimmt man Abstand, in der engeren Wahl sind ein größeres Schuppendach auf dem Bauhof-Areal sowie das Angebot eines Hotels, eine 600 Quadratmeter große, nach Süden geneigte Dachfläche zu nutzen. Dieses konkrete Projekt soll über eine noch zu gründende Bürgerenergiegenossenschaft angepackt werden, die helfen soll, das Geld aufzubringen. In Baden-Württemberg gibt es 36 solcher Energiegenossenschaften.

Nach gut zwei Stunden ging es darum, wie man im Projekt weiter macht. Solche gemeinsamen Treffen seien wichtig um sich nicht aus den Augen zu verlieren, meint Gerdy Wiemer. So bleibe man auch offen für neue Leute. Deshalb wird man sich mitte Februar wieder im Kurhaus zu einem Erfahrungsaustausch treffen. Bis dahin geht die Arbeit in den drei Arbeitskreisen weiter.  


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