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Viele Quellen liefern Energie

Ein Bericht der badischen Zeitung vom 25.06.2010. Von Ralf Morys.

EU-LEADER-PROJEKT "LEBENSQUALITÄT DURCH NÄHE" (II): Arbeitskreis CO2 neutrales Lenzkirch.

LENZKIRCH. Drei noch zu bildende Arbeitskreise wollen sich ab Juli mit dem durch das EU-Leader Projekt vorgegebene Thema Lebensqualität durch Nähe beschäftigen. Ein Arbeitskreis, für den Klaus Staub, Mathias Brugger und Florian Wohllaib bereits einige Vorarbeit machten, heißt "CO2 neutrales Lenzkirch" und beschäftigt sich mit dem Thema regenerative Energien. Ziel ist es, den Geldabfluss in der Gemeinde für Energie dadurch zu senken, dass Energiequellen im Ort entstehen.

Kaufmann Klaus Staub aus Saig hat sich mit den Landwirten Mathias Brugger (Saig) und Florian Wohllaib (Raitenbuch) dem Thema verschrieben. Lenzkirch habe, so erklärte Staub am Dienstagabend bei der Auftaktveranstaltung von "Lebensqualität durch Nähe" im Kurhaus, einen jährlichen Stromverbrauch von knapp sieben Millionen Kilowattstunden. Als Fernziel angestrebt werde, dass von den so etwa vier Millionen Euro, die dafür an die Energiekonzerne abgeführt werden müssen, einiges Geld in der Region verbleibt.

 

Florian Wohllaib meinte, der Arbeitskreis wolle daran arbeiten, die Energie künftig selbst zu produzieren. Wenn eines Tages keine Energie mehr für Lenzkirch importiert werden müsse, fließe auch kein Geld mehr ab. Für den Bürger stellte Wohllaib auch stabilere Energiepreise in Aussicht, wenn die Kraftquellen eines Tages auf Lenzkircher Gemarkung stünden. Für die Vision eines CO2 neutralen Lenzkirch sei aber auch wichtig, dass die Bürger sich daran mit Investitionen beteiligten.

 

Als Vorteile für alle bezeichnete Wohllaib den so geförderten aktiven Klimaschutz durch reduziertes Kohlendioxid und eine Wertschöpfung in der Gemeinde, ein Umdenken bei den Menschen und den Einsatz erneuerbarer Energien. Die Energiekosten wären auch geringer für den Verbraucher als bisher und die Menschen hätten so mehr Kaufkraft. Als nutzbare Energieträger zeigte Wohllaib die Wasserkraft, Biogas, Hackschnitzel, Sonnenenergie und die Windenergie auf.

 

"Energiekonzerne sind keine Freunde der kleinen Energieerzeuger"

Zum Thema Windenergie kam dann zu vorgerückter Stunde Ulrich Spielberger aus Bonndorf zu Wort. Der Tierarzt ist Mitbegründer der beiden Bonndorfer Windräder. Jeweils ein Jahr lang habe man zuvor den Wind an den Standorten gemessen. Die Genehmigungsverfahren seien nicht einfach gewesen. 1998 wurde das erste Windrad mit einer Leistung von 600 000 Kilowattstunden im Jahr gebaut, was den jährlichen Bedarf von 200 Haushalten abdeckt. Mit zwei Dritteln ist die Anlage fremdfinanziert worden und sie liefere einen Ertrag von zehn Prozent. Das zweite Windrad kostete 800 000 Euro und leistet 850 000 Kilowattstunden im Jahr. Aber Windräder sind sehr wartungsintensiv, gab Spielberger zu Bedenken und machte die Erfahrung, "dass die Energiekonzerne nicht die Freunde der kleinen Energieerzeuger sind". Lenzkirch habe mit dem Hochfirst ein Filet-Grundstück vorzuweisen, denn bei der Windkraft zähle jeder Höhenmeter.

 

Miteinander können viele Aufgaben gelöst werden

Das Vorbereitungsteam dieses Arbeitskreises habe aufgezeigt, dass es ein miteinander geben müsse, meinte Mathias Brugger. Miteinander werden Aufgaben gelöst oder können Projekte umgesetzt werden. Seine Vorredner sollten das Interesse wecken und Mitbürger zur Mitarbeit gewinnen. "Der Zeitpunkt ist günstig in dieses Thema einzusteigen", meinte Brugger. Bis 2020 sollten 20 Prozent des Energiebedarfs von regenerativen Energien erzeugt werden. Viele Grundvoraussetzungen sind geleistet, Erfahrung vorhanden, die Wirtschaftlichkeitsberechnungen gemacht und die Technik steht bereit. Wunsch sei es nun möglichst viele Mitbürger zur Mitarbeit zu gewinnen, "um mit- und füreinander einen lebenswerten Ort zu gestalten und mit- und füreinander durch eine lebenswerte Zeit zu gehen", beendete Brugger die Vorstellung eines CO2 neutralen Lenzkirch.  


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