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Glottertal will Bioenergiedorf werden

Ein Bericht der Badischen Zeitung vom12.08.2010. Von Christian Ringwald.

Von Januar an werden Eigenbetriebe fürs Wasser und Abwasser gegründet / Das Thema Fernwärmenetz bleibt aktuell.

Mittel für Wasserhochbehälter müssen gesplittet werden. Foto: Ringwald

GLOTTERTAL. Die Gemeinde Glottertal wird zum 1. Januar 2011 einen Eigenbetrieb für die öffentliche Abwasserbeseitigung und öffentliche Wasserversorgung gründen. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. In einem weiteren Schritt soll der Eigenbetrieb auch das derzeit diskutierte und eventuell zu errichtende Fernwärmenetz betreiben. Des Weiteren stimmte der Gemeinderat dem Verwaltungsantrag zu, Glottertal ins Programm "Bioenergiedörfer am Start" aufnehmen zu lassen.

Von einem Eigenbetrieb für die Wasserver- und -entsorgung verspricht sich Bürgermeister Eugen Jehle mehr Flexibilität und somit ein Plus an Handlungsspielraum. Bisher wird die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung im normalen Haushalt veranschlagt. Das heißt, dass die Investitionskosten samt ihrer Finanzierung im laufenden Haushalt veranschlagt werden müssen. In finanziell schlechten Zeiten können so – wie im laufenden Jahr – auf Grund des Haushaltsrechtes nötige Investitionen nicht ausgeführt werden oder müssen aufgesplittet werden – wie für den Hochbehälter.

In der Sitzungsvorlage hatte die Verwaltung die Vor- und Nachteile aufgelistet. Als Vorteil werden beispielsweise "Sondervermögen mit Sonderleistung" oder "Gewinn-/Verlustvortag auf neue Rechnung" genannt. Bei den Nachteilen wird von "Zersplitterung" und "Fehlender Gesamtrechnung" gesprochen. Insgesamt überwiegen für die Verwaltung jedoch die Vorteile, so dass sich Eugen Jehle für die Einrichtung eines Eigenbetriebs aussprach.

"Sinnvoll" nannte Werner Bröker von den Freien Wähler das Vorhaben, mahnte jedoch die Gesamtverschuldung im Auge zu haben, schließlich werden Eigenbetriebe nicht ganz so kritisch durch die Rechtsaufsicht geprüft, so dass die Gefahr der Überschuldung bestehe. "2011 werde ein schwieriger Haushalt" begann Konrad Hoch (FW) seinen Beitrag und warnte "vehement"davor, den Haushalt "aufzuweichen". Zudem war dem Chef der Freien Wähler die Vorlage nicht ausführlich genug: "Herr Jehle, das ist mir zu wenig, viel zu wenig!" Letztendlich plädierte Konrad Hoch für eine Vertagung des Beschlusses, auch weil noch nicht absehbar ist, wie sich das Fernwärmeprojekt entwickelt. Sein Namenskollege Berthold Hoch von der CDU sprach sich im Ergebnis für die Gründung aus. Zwar habe sich die Wasser Ver- und Entsorgung im normalen Haushalt bewährt, der angedachte Bereich der Wärmeerzeugung und Verteilung könne aber im normalen Haushalt nicht gestemmt werden.

Deshalb sei die Gründung eines Eigenbetriebs sinnvoll. Bezüglich des Schuldenrisikos meinte Berthold Hoch: "Zwei Zahlen werden wir zusammenzählen können", nämlich die Schulden des Haushaltsplanes und die des Eigenbetriebs. CDU-Fraktionschef Karl-Josef Herbstritt meinte: "Zögern und zaudern ist schädlich, wenn man auf dem richtigen Weg ist, und wir sind auf dem richtigen Weg". Bei einer Gegenstimme von Konrad Hoch und einer Enthaltung von Friedrich Drayer sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich für die Gründung eines Eigenbetriebes aus.

Die Gründung einer Nahwärmeversorgung wird im Glottertal seit einiger Zeit – ausgehend aus dem Projekt "Lebensqualität durch Nähe" (LQN) – diskutiert. Ein entsprechendes Konzept ist im Entstehen, und von den LQN-Arbeitskreismitgliedern wurde ein Antragsentwurf für die Ausschreibung "Bioenergiedörfer am Start" zusammengestellt. Fünf Gemeinden im Regierungsbezirk können als "Bioenergiedorf" Beratungsleistung im Wert von 20 000 Euro beim Ausbau der regenerativen Energienutzung erhalten.

Das LQN-Team um Konrad Hoch, weitere Mitglieder sind Gemeinderat Friedrich Drayer, Hauptamtsleiter Konrad Hilzinger und Projektinitiator Karl-Heinz Zerna, hatte auf 13 Seiten mit viel Zahlenmaterial zum einen den Ist-Zustand beschrieben, wie auch die Grundzüge der angedachten Projekts skizziert. So gibt es im Glottertal derzeit 185 Schweine bei 29 Haltern. Fünf von den Schweinehaltern sind gar im Besitz einer Zuchtsau, deren Bestand wird im Glottertal mit 16 beziffert. Einmütig gaben die Gemeinderäte ihr OK für die Antragstellung. Dazu gab es noch ein paar Anregungen und vor allem Dank für die engagierte Gruppe.

Im Zuge der Flurbereinigung soll es im "Zimmerwald" auf Gemarkung Föhrental eine Abgrabung (Steinbruch für den landwirtschaftlichen Wegbau) geben. Das Volumen der Abtragung wird mit circa 2300 Kubikmeter beziffert.  


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