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Mehrwert für Elzach

Mit neuem Prädikat positioniert sich der Einzelhandel gegen Internethandel und Nachbarstädte.

Ein Bericht der Badischen Zeitung vom 04.10.2011; von Thomas Steimer

Stolz darf sich Elzach am Ortseingang mit dem Prädikat „Generationenfreundliches Einkaufen“ schmücken. Elzach ist die erste Stadt Deutschlands, die dieses vom Handelsverband vergebene Prädikat
Foto: Thomas Steimer

ELZACH. Als erste Stadt Deutschlands ist Elzach mit dem Qualitätsmerkmal "Generationenfreundliches Einkaufen" ausgezeichnet worden. Der Präsident des Handelsverbandes Südbaden, Philipp Frese, überreichte am Freitag Bürgermeister Holger Krezer die Urkunde. Gleichzeitig erhielten 39 Einzelbetriebe der Elzacher Kernstadt das Prädikat "Generationenfreundliches Einkaufen" für ihren Betrieb.
Das Projekt "Generationenfreundliches Einkaufen" gibt es erst seit 2010. Es wird bundesweit einheitlich von der Dachorganisation des Handels HDE in Berlin und der "Initiative Wirtschaftsfaktor Alter" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragen. Um das Qualitätszeichen zu erhalten, muss ein Betrieb verschiedene Kriterien in Bezug auf Laden- und Sortimentsgestaltung, Erreichbarkeit des Geschäfts, Eingang, Mitarbeiter und Servicequalität erreichen. Die Geschäfte, die diese Prüfung bestanden haben, garantieren mit dieser Auszeichnung, dass der Einkauf für Menschen aller Altersgruppen komfortabel, angenehm und barrierefrei gestaltet ist.

Eine vom Handelsverband geschulte und ehrenamtlich tätige Jury aus Elzacher Bürgern hat diese Kriterien in jedem einzelnen Betrieb überprüft. Wo Änderungsbedarf bestand, hat die Jury darauf aufmerksam gemacht, die Betriebe hatten dann zwei Wochen Zeit, die entsprechenden Mängel abzustellen. Die zwölf Jurymitglieder – darunter Rollstuhlfahrer, Senioren, Jugendliche und Familien – wurden im Haus des Gastes ebenfalls mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Der Präsident des Handelsverbandes Südbaden, Philipp Frese überreicht Elzachs Bürgermeister Holger Krezer die offizielle Auszeichnung „Generationenfreundliches Einkaufen“. Als erste Stadt Deutschlands erhält
Foto: Thomas Steimer

Thomas Kaiser vom Handelsverband Südbaden hat als Projektleiter und Auditor die einheimische Jury geschult und begleitet. Er berichtete von den Besuchen in den Betrieben und gratulierte der ganzen Stadt für das Erreichte: "Sie können stolz sein."

Die Idee, dass eine ganze Stadt dieses Qualitätsmerkmal erlangen kann, wurde in Elzach geboren. Michaela Bloss, Vorstandsmitglied im Elzacher Gewerbeverein berichtete, dass alles mit einer E-Mail des Elzacher Einzelhändlers Ulrich Volk begonnen habe. Am 11. April dieses Jahres habe er sie auf die Aktion "Generationenfreundliches Einkaufen" aufmerksam gemacht und die Idee entwickelt, dass die Elzacher Betriebe diese Zertifizierung nicht nur einzeln erwerben sollten, sondern als Gemeinschaft und in Zusammenarbeit mit der Stadt. Dann sei alles sehr schnell gegangen. Die Mitgliedsbetriebe im Gewerbeverein seien ebenso wie die Stadt auf diese Idee angesprungen, im Frühjahr liefen die Vorbereitungen, im Sommer bildete sich die Jury und überprüfte die Elzacher Betriebe anhand der Kriterien des Handelsverbandes.

Mit dieser Geschwindigkeit sei auch der Handelsverband unter Druck geraten, berichtete Philipp Frese. Selbst in Berlin sei man auf Elzach aufmerksam geworden. Der Handelsverband habe daraufhin das Modell "Generationenfreundliches Einkaufen" auch für Gemeinden angeboten. Neu ist hier, dass zusätzlich städtische Qualitätskriterien wie Gehwege, Parkplätze und Ruhemöglichkeiten hinzukommen und die Kriterien in den Betrieben drei Jahre lang nachhaltig überprüft werden. Außerdem müssen 70 Prozent aller Betriebe in der jeweiligen Gemeinde das Qualitätsmerkmal für ihren Einzelbetrieb erringen. In Elzach wurde diese Quote mit 39 Betrieben übererfüllt. Hinzu kommen drei Partnerbetriebe, die nicht alle Kriterien erfüllten oder nicht dem Handelsverband angehören, aber das Projekt grundsätzlich unterstützen.

"Das ist weit mehr als ein Marketingschachzug, das ist ein Perspektivenwechsel", sagte Holger Krezer, Elzacher Bürgermeister und Schirmherr der Aktion, in seiner Glückwunschrede. Mit diesen Maßnahmen hätten die Betriebe sich in die Perspektive anderer versetzt und seien auf die Menschen zugegangen, "ich sage bewusst ‚Menschen’ und nicht ‚Kunden’", so Holger Krezer. Landtagsabgeordneter Marcel Schwehr (CDU) gratulierte der Stadt und den Betrieben zum Erreichten.

Ulrich Volk, Initiator des Projekts, erläuterte noch einmal die Notwendigkeit, dass der Handel in Elzach einen "Mehrwert" benötige, um sich gegen den zunehmenden Internethandel und die Konkurrenz aus benachbarten Städten behaupten zu können. Mit "Generationenfreundliches Einkaufen" habe man einen solchen Mehrwert. Ulrich Volk dankte auch allen teilnehmenden Betrieben, sie hätten in kürzester Zeit "Vollgas gegeben". Gleichzeitig sei das Projekt nicht nur eine Marketingmaßnahme. Die Kunden hätten dadurch gewonnen, denn in manchen Geschäften wurde einiges verbessert. Außerdem, so Ulrich Volk, sei deutlich geworden, dass Einigkeit stark mache, wenn Handel, Stadtverwaltung und die einzelnen Betriebe an einem Strang ziehen.


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