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Bürger wollen einen Dorfladen

Schwarzwälder-Bote, vom 26.09.2011

Von Julia Kerber Bad Rippoldsau-Schapbach.
Voll besetzt war das Kurhaus in Bad Rippoldsau: Zahlreiche Bürger warteten gespannt auf die Ergebnisse der Umfrage, die in den vergangenen Monaten die Meinungen der Bürger evaluieren sollte, ob es Bedarf für ein Dorfzentrum gibt.

Seit eineinhalb Jahren bemüht sich der Arbeitskreis Nahversorgung nun schon um ein mögliches Projekt Dorfladen. Nach dem Motto "Lebensqualität durch Nähe" (LQN) könnte damit die Grundversorgung von frischen Lebensmitteln und anderen täglich benötigten Gütern geschaffen werden.

Leitfrage bei der stufenweisen Planung des Arbeitskreises ist stets, ob nach der jeweiligen Phase die Idee weiterverfolgt oder aufgegeben wird. Die so genannte Basisanalyse, vorgenommen im Februar, hatte in einem ersten Schritt geklärt, dass ein Dorfladen mit erweitertem Dienstleistungsangebot grundsätzlich realisiert werden kann. Der zweite Schritt war nun, in einer Fragebogenaktion herauszufinden, ob die Bevölkerung einen solchen Dorfladen wünscht.

Doch bevor der Arbeitskreis die Antwort auf diese Frage gab, präsentierte er zunächst die einzelnen Ergebnisse des Fragebogens. 400 Fragebögen wurden verteilt, 194 Haushalte beteiligten sich an der Umfrage. Dies entspricht 486 befragten Personen von 900 Einwohnern in Bad Rippoldsau. Mit einer über 50-prozentigen Beteiligung sei eine repräsentative Auswertung also gewährleistet, teilte der Arbeitskreis mit. Neben der Untersuchung des allgemeinen Einkaufverhaltens und Bedarfs wurde gefragt, ob die Bewohner eine Verbesserung der Einkaufssituation überhaupt wünschen. 86 Prozent der Beteiligten antworteten mit Ja. 88 Prozent würden in einem Dorfladen/-zentrum besonders Produkte wie frisches Obst, Fleisch- und Backwaren einkaufen. Kommentator Ulrich Krauth zog dazu ein entsprechendes Fazit: "Bad Rippoldsau wünscht sich ganz klar eine Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und würde dieses Angebot auch nutzen."

Besondere Wünsche der Bürger sind zum Beispiel Angebote wie Post- und Versandservice, Info-Ecke, Steh-Café, Friseur oder Fußpflege.

Spannend wurde es dann bei den Fragen der Finanzierung: Veranschlagt sind nach einer groben Schätzung mindestens 50 000 Euro an Kapitalbedarf. 72 Haushalte würden laut der ersten Umfrage das Projekt mit insgesamt ca. 16 000 Euro unterstützen. "Das ist zu wenig", resümierte Arbeitskreis-Mitglied Roland Kröger. "Wir kriegen das nur hin, wenn die Bürger in den Geldbeutel greifen."

Auf die Frage aus dem Publikum, ob finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde vorstellbar sei, antwortete Gemeinderatsmitglied Ramon Kara: "Wir wollen erst die konkrete Machbarkeitsstudie abwarten und werden dann darüber beraten, ob und in welcher Form die Gemeinde das Projekt unterstützen könnte." Fest steht: Die Bürger wünschen einen Dorfladen/-zentrum. Der Weg für den nächsten Schritt ist damit geebnet: "Wir starten symbolisch die Rakete für die nächste Stufe", so Krauth. Doch es werden große, besonders finanzielle, Herausforderungen auf die ganze Gemeinde zukommen, sollte das Projekt tatsächlich realisiert werden.

Roland Kröger brachte es auf den Punkt: "Ein Dorfladen nach dem alten Tante-Emma-Laden Prinzip funktioniert nicht. Man muss gerne in den Dorfladen kommen und mehr als nur ein Stück Butter mitnehmen."

Zum Abschluss dankte Bürgermeister Bernhard Waidele dem Arbeitskreis für die engagierte und professionelle Arbeit und fügte hinzu: "Die Chance ist groß, dass ein Pilotprojekt entstehen könnte. Dann wird es einfacher, ein solches finanziell zu unterstützen. Es muss jedoch angenommen werden. Kurz: Es muss in Bad Rippoldsau eingekauft werden."

Die Ergebnisse der Umfrage sowie weitere Informationen zum Projekt Dorfladen findet man im Internet unter www.brs-lqn.de.


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