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Eigene Energie mobilisieren

Öhringen: Sechs Dörfer suchen Wege zur Selbstversorgung

Ein Bericht der HZ von Peter Hohl vom 05.05.2012

Dieter Volkert kam mit dem Elektroroller in die Ohrnberger Halle Foto: Peter Hohl

Die Stromrebellen aus Schönau im Südschwarzwald kennt mittlerweile fast jeder. Die Eigenenergieversorger aus Neubulach im Nordschwarzwald wird man noch kennen lernen, wenn es nach Martin Schöttle geht. Am Donnerstagabend hat er sich in der Ohrnberger Turnhalle vorgestellt. Das Thema lautete „Regenerative Energien und Elektromobilität".
Was verbindet Neubulach mit Ohrnberg ? Es ist das Projekt Lebensqualität durch Nähe, kurz LQN (siehe Hintergrund). Und es ist im konkreten Fall der Wunsch, die Energieversorgung aus eigener Kraft zu schaffen. In Ohrnberg (und den fünf weiteren Öhringer LQN- Stadtteilen) zumindest ein Stück weit, in Neubulach ganz und gar.
Visionäres
Martin Schöttle ist ein Visionär auf Partnersuche. Seine Vision lautet: „Neubulach soll in sieben Jahren Energieautark sein", sprich: ohne fremden Strom, Öl oder Gas auskommen. Sonnenstrom   alleine   reicht   dazu nicht aus, für große Windräder ist in dem Fledermausgebiet im Nordschwarzwald kaum Platz. Was als Alternative bleibt, ist ein leistungsstarker Mix aus vielen kleinen Komponenten   wie  Photovollaik,  Blockheizkraftwerken, Biogasanlagen,   Windturbinen und Wasserkraft. Dabei   haben   sich   die Neubulacher Energiequellen ausgeguckt, die hierzulande  noch  fast  niemand kennt. Zum Beispiel die kleinen Windanlagen des Belgiers Alex Erauw, deren Laufachsen nicht horizontal sind wie bei den großen Rotoren, sondern vertikal. Oder Micro- Blockheizkraftwerke, die mit Methan oder Erdgas betrieben werden. Oder das Großprojekt Windgas des Stuttgarter Unternehmens Solar Fuel, das mit Hilfe von Wind und Sonne künstliches Gas und damit speicherbare Energie herstellt.
Martin Schöttle wirbt mit glühen- den Worten für diese Ideen - und er verrät auch, warum er dies tut: Vertikale Windräder, Micro-Blockheizkraftwerke und Windgasanlagen sind teuer. Denn sie werden, wenn überhaupt, bisher nur in kleiner Stückzahl hergestellt. Je mehr Käufer sich finden, desto niedriger wird der Preis, lautet die einfache Rechnung von Martin Schöttle. Genau deshalb sucht er Partner - wie jetzt in den Öhringer LQN-Stadtteilen. Im hinteren Bereich der Ohrnberger Turnhalle haben Werner Braun und Thomas Stocker aufmerksam zugehört Sie stehen an der Spitze der kürzlich gegründeten Energiegenossenschaft Klarmodul mit Sitz in Ohrnberg. Und sie haben in der kurzen Zeit ihrer Geschäftstätikeit erfahren, wie schwierig   es   ist, Geld für größere Photovoltaikanlagen zusammenzubekommen. Eine halbe Million Euro sind mittlerweile da, die ersten beiden Solaranlagen (im Raum Mosbach) gebaut. Aber über die Neubulacher Visionen schütteln die beiden nur ungläubig den Kopf. Auch Alfred Hirth, der Ohrnberger Ortsvorsteher, verfolgt vorerst weniger ehrgeizige Ziele: Eine Biogasanlage im Dorf, zusätzlich zur bereits vorhandenen Photovoltaik, das wäre sein Wunsch. Machbares
Was in und um Öhringen an Angeboten zu erneuerbaren Energien auf dem Markt ist, stellen drei weitere Referenten des Abends in Ohrnberg vor. Dieter Volkert von der Öhringer Firma Jukatan präsentiert den Elektroroller als Fahrzeug für die Kurzstrecke - und damit nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung des benzinbetriebenen Autos. Christoph Würtemberger schildert, wie er sich in seinem Haus in Kirchensall unabhängig von fremdem Strom gemacht hat. Er bekennt: Das Dieselaggregat, das im Winter anstelle der Photovoltaik für Strom (und Wärme) sorgt, ist „finanziell relativ uninteressant". Die entscheidende Frage beim Sonnenstrom ist die Speicherung, da sind sich beide einig. „Die gute alte Bleibatterie als Speichermedium ist immer noch das Beste", sagt Würtemberger. Kein Wunder, dass die Firma Widmann Solar aus Neuenstüdl auf Blei- Gel-Batterien setzt. Zwar sind diese nicht billig, aber unterm Strich sei der gespeicherte Sonnenslrom deutlich günstiger als der übliche Netzpreis, berichtet Antje Sluga.


Fotos: privat

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