LQN im Rahmen von LEADER
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Quelle: Homepage Oehringen

Exkursion nach Schlierbach

Sechs Öhringer Stadtteile auf Erkundungstour in Oberösterreich

  • Wie schauen Möglingen oder Verrenberg in 20 Jahren aus?
  • Was können wir tun, damit Ohrnberg oder Schwöllbronn so lebenswert bleiben?
  • Wo liegen die Stärken in Baumerlenbach und Büttelbronn?

Diese und viele weitere Fragen stellten sich die Teilnehmer einer städtischen Erkundungsfahrt nach Schlierbach in Oberösterreich (6. - 8. November 2009). Dort wurde das Dorfentwicklungskonzept „Lebensqualität durch Nähe - LQN“ ins Leben gerufen und von den dortigen Erfahrungen wollen die Öhringer und ihre Projektpartner in Fichtenberg, Landkreis Schwäbisch Hall, profitieren.

Sechs Öhringer Stadtteile und die Gemeinde Fichtenbergsind Partner im EU-Förderprogramm „Limesregion LEADER“, das die Startphase von LQN finanziell unterstützt.

Vertreter der Stadtteile Baumerlenbach, Möglingen, Ohrnberg, Büttelbronn, Schwöllbronn und Verrenberg waren zusammen mit den Stadtmanagern Albert Küchel und Dr. Michael Walter nach Oberösterreich gefahren, um gute Beispiele einer nachhaltigen Ortsentwicklung anzuschauen und Projektideen zu sammeln.

Mit dabei war auch Bürgermeister Roland Miola und weitere Vertreter der Gemeinde Fichtenberg, die gemeinsam mit der Stadt Öhringen Wege suchen, um die Zukunft des Ortes aktiv und unter Mitwirkung von engagierten Bürgern, Vereinen, Kirchen, Unternehmen, etc. zu gestalten.

Begleitet wird die Startphase des Programms von 2009 bis 2011 durch Bernhard Goldschmidt von SPES Zukunftsmodelle Freiburg e.V.

Seit 1987 wurden in Schlierbach nachhaltige Projekte wie beispielsweise ein „Bauernmarkt“, „Hackschnitzelanlagen“, eine „Geflügel GmbH“, ein „Feriendorf“ oder ein „Genusszentrum“ mit Erfolg umgesetzt. Jedes Projekt musste Widerstände und Durststrecken überwinden und jede einzelne Maßnahme bildet heute für Schlierbach einen wichtigen Baustein der den Weg in eine nachhaltige Zukunft pflastern half.

Im Nachbarort Steinbach an der Steyr liegen Ursprung und Wiege nachhaltiger Dorfentwicklung in Österreich. Die dominierende Besteckindustrie der Gemeinde erfuhr Ende der 1960er Jahren einen wirtschaftlichen Niedergang.

Unter großem wirtschaftlichem und sozialem Druck mussten Lösungswege aus der Krise gesucht und rettende Maßnahmen für die Gemeinde durchgeführt werden. Hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Infrastruktur und ein zerstrittener Gemeinderat zeichneten ein trostloses Bild.

In den zurückliegenden Jahrzehnten gelang es den Steinbachern jedoch mit Projekten zur Nahversorgung, Ortssanierung, Energieversorgung, Kulturarbeit und Arbeitsplatzschaffung die Entwicklung umzukehren und der finanzschwachen Gemeinde wieder eine Zukunftsperspektive zu geben.

„Während die einen den Niedergang verwalten bauen die anderen an einer lebenswerten Zukunft“ beschrieb Alt-Bürgermeister Ing. Karl Sieghartsleitner zwei sehr unterschiedliche Reaktionen in Krisenzeiten. Sieghartsleitner gilt als Vater des erfolgreichen Steinbacher Weges, auf den er als Moderator, Motivator und Macher die Bürgerschaft auf eine nachhaltige Zukunft und aktive Mitarbeit einschwor.

Zwar sind die Strukturen in Fichtenberg und den Öhringer Stadtteilen mit Steinbach kaum zu vergleichen. Dennoch möchten die Kommunalverwaltungen gemeinsam mit den Gemeinde- und Ortschaftsräten sowie im Verbund mit interessierten und motivierten Bürgern frühzeitig ebenfalls den Weg in eine zukunftsfähige nachhaltige Ortsentwicklung einschlagen.

Fördermittel der EU und des Landes Baden-Württemberg erleichtern den Einstieg in den Zukunftsprozess, der zudem durch externe Projektbegleiter der SPES GmbH, Freiburg unterstützt wird.

Auf Begeisterung der Öhringer und Fichtenberger stieß auf Anhieb das Nachbarschaftshilfe-Modell „Zeitbank 55+“. Dieses wurde in der Gemeinde Molln erfolgreich erprobt und entwickelt. Dabei unterstützen sich die Vereinsmitglieder mit Alltagsarbeiten und bieten damit eine neue und sehr wichtige Form der Nachbarschaftshilfe im Ort an.

„Lernen, sich helfen zu lassen“ und „kein mulmiges Gefühl, jemand zur Last zu fallen und ihm etwas schuldig zu sein“ sind die entscheidenden Pluspunkte des Modells, das in allen Stadtteilen umgesetzt werden könnte.

„Die Fahrt nach Oberösterreich hat sich gelohnt, denn wir können von den Erfahrungen der Österreicher sehr vieles lernen “, war durchweg das Fazit der Öhringer und Fichtenberger.

Im nächsten Schritt werden nun in Öhringen Projektgruppen gebildet und erste Projekte in und für die einzelnen Stadtteile umgesetzt.

(Quelle und weitere Informationen: www.oehringen.de


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