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Tauschnetz: Talent kann man tauschen

BZ-Interview mit den vier Initiatoren vom Tauschnetz Elzach / "Eine Chance für unser Städtle"

Ein Bericht der Badischen Zeitung vom 11.01.2010 von fa

 

Sie sind die Initiatoren des Elzacher Tauschnetzes: Andreas Schweizer, Sabine Schweizer, Heike Hin und Dirk Häfner (von links). Foto: privat

ELZACH. Auch in Elzach soll – wie in vielen anderen Orten schon vorhanden – nun ein "Tauschnetz" gegründet werden. Eine erste Informationsveranstaltung hierzu findet am kommenden Donnerstag, 14. Januar, um 20 Uhr im Haus des Gastes statt. BZ-Redakteur Bernd Fackler sprach mit den vier Initiatoren Heike Hin, Sabine Schweizer, Andreas Schweizer und Dirk Häfner.

BZ: Ich grabe dir den Garten um, du hilfst mir dafür am Computer: Ist das ein Beispiel, worum es bei einem solchen Tauschnetz geht?

Sabine Schweizer: Grundsätzlich kann dies ein Beispiel sein, wie das Tauschnetz funktioniert. Maßgeblich ist aber, dass Anbieter und Empfänger nicht zum direkten Tausch miteinander gezwungen sind. So kann es vorkommen, dass A für B den Garten umgräbt, ohne dass B jetzt direkt mit A auch etwas tauschen muss. Wenn B zum Beispiel Babysitten anbietet, A hat aber keine Kinder, so kann auch eine dritte Person das Babysitten in Anspruch nehmen. Der Anbietende schreibt seine Leistung im Tauschheft, das jeder Teilnehmer erhält und in das alle Tauschvorgänge eingetragen werden, als "Guthaben" auf, der Nachfragende als "Schulden", wobei die Basis sämtlicher Tauschgeschäfte die dabei aufgewendete Zeit ist (eine Stunde sind im Elzacher Tauschnetz 20 Talente). Insgesamt ist angedacht, dass sich die Kontostände jedes Teilnehmers in der Größenordnung von +/ - 25 Stunden (= 500 Talente) bewegen sollen.

BZ: Wie kam es zur Idee, in Elzach ein Tauschnetz zu gründen?

Dirk Häfner: Als Heike Hin diese Idee beim ersten Treffen des Lebensqualität-durch-Nähe (LQN)-Teams vorstellte, war ich sofort begeistert, kannte ich dieses System schließlich schon aus meiner Zeit in München. Im Anschluss haben wir vier uns dann einige Male getroffen, um zu besprechen, wie wir diese Tauschnetz-Idee auf Elzacher Verhältnisse anpassen. Nun ist es so weit, dass wir mit diesem Projekt starten und wir freuen uns am Donnerstag auf ebenso viele Interessenten wie bei der Auftaktveranstaltung von LQN – es ist eine große Chance für unser Städtle.

BZ: Denken Sie, dass Bedarf da ist?

Andreas Schweizer: Wir sind uns sicher, dass der Bedarf vorhanden ist. Das Tolle an diesem Tauschnetz ist, dass alle Tauschleistungen auf Zeitbasis verrechnet werden, die "Währung" im Tausch-netz also die (Lebens)Zeit ist, die jeder seinem Tauschpartner zur Verfügung stellt – und die ist nun mal für alle gleich viel wert. Die Idee dazu kommt aus der LQN-Gruppe "Familie, Jugend und Senioren". Gerade Senioren haben oft Zeit und Lust, noch aktiv am Leben teilzunehmen, haben aber zum Beispiel keine Enkel am Ort, um die sie sich kümmern können. Andererseits sind manche Ältere sicher froh über Hilfe beim Einkaufen oder bei Behördengängen. Beim Thema Familie kommen sicher oft Nachfrage und Angebot nach Babysitten oder bei den Jugendlichen Nachhilfe. Der Vorteil des Tauschnetzes ist eben die Anerkennung jeder Tätigkeit aufgrund der dafür notwendigen Zeit, so dass niemand in die Rolle eines "Almosen-Empfängers" schlüpfen und um kostenlose Hilfe bitten muss, sondern, dass Dinge, die jemand in Anspruch genommen hat beziehungsweise die er geleistet hat, in Form einer "Ersatz-Währung" bezahlt werden können.

BZ: Kann jede(r) mitmachen?

Heike Hin: Mitmachen kann jeder, der seine Fähigkeiten anderen zur Verfügung stellen möchte und bei einem Informations-Abend anwesend war. Die Idee mit den Informations-Veranstaltungen hat sich bewährt, damit alle Interessenten einen einheitlichen Informationsstand bekommen und nicht nur auf "Mund-zu-Mund-Propaganda" angewiesen sind.

BZ: Und wenn jemand nur eine Dienstleistung möchte, aber selbst nichts anbieten kann?

Dirk Häfner: Die Aussage "Ja, aber ich hab’ doch überhaupt nichts anzubieten", hören wir oft, wenn sich Leute zum ersten Mal mit dem Thema Tauschnetz beschäftigen. Das Nachfragen von Dienstleistungen ist überhaupt kein Problem, natürlich kann ich – bis zu 25 Stunden/ 500 Talente – in Anspruch nehmen, ohne direkt etwas anbieten zu müssen. Meist geht es gar nicht vorrangig um großartige Fertigkeiten, die jemand hat, sondern oft auch nur um Zeit, die man einem anderen zur Verfügung steht. Vielleicht hat man auch etwas, dass man auf Talente-Basis verleihen kann, z.B. Regiokarte, Partyzelt, Projektor... Wenn man seinen Freundeskreis befragt, was die anderen meinen, welche Stärken man hat oder was man besonders gut kann und anbieten könnte – es findet sich immer etwas!

Auch ein Blick in die erscheinende Marktzeitung kann Anregungen bieten. Diese Marktzeitung erscheint alle zwei Monate mit den aktuellen Angeboten und Gesuchen und kann von jedem Teilnehmer gegen Vorlage seines Tauschheftes an bestimmten Stellen gekauft werden.

BZ: Was wollen Sie persönlich zum Beispiel als (Dienst-)Leistungen anbieten?

Sabine Schweizer: Gedichte zu feierlichen Anlässen

Andreas Schweizer: Hilfe beim Aufbauen/Abbauen von Möbeln

Heike Hin: Verleih von Fahrrad-Anhänger und Regiokarte

Dirk Häfner: Mathe- und Chemienachhilfe sowie Reisetipps für Barcelona-Reisende.

Elzacher Tauschnetz: Erste Info-Veranstaltung am Donnerstag, 14. Januar, 20 Uhr im Haus des Gastes. Danach jeden ersten Dienstag im Monat im Aktivhotel Elzach ab 19.30 Uhr weitere Treffen für Teilnehmer und solche, die es werden wollen.

Weitere Informationen unter www.tauschnetz-elzach.de

 


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