LQN im Rahmen von LEADER
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Auftaktveranstaltung

Damit der Ortskern auch weiterhin lebendig bleibt

Pressebericht v. Schwarzwälder Bote 12.Nov.2009:

BIBERACH. Bei der Auftaktveranstaltung für das LEADER-Projekt „Lebensqualität durch Nähe“ im Rathaus der Gemeinde Biberach am Samstag, den 31. Oktober 2009, gaben die Projektverantwortlichen aus Baden-Württemberg und Österreich den Startschuss für die teilnehmenden Kommunen der LEADER-Region Mittlerer Schwarzwald.

(von links): Biberachs Bürgermeister Hans Peter Heizmann, Elke Höpfner-Toussant, Vieze-Landrätin und erste Landesbeamtin beim Landratsamt Ortenaukreis, Wolf-Rüdiger Michel, Landrat des Kreises Rottweil und Vorsitzender der LEADER-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald, Ingrid Engelhart, geschäftsführende Vorsitzende des Vereins SPES-Zukunftdsmodelle, LEADER-Geschäftsführer Mark Prielipp, Bürgermeister a.D. Karl Sieghartsleitner aus Steinbach an der Steyr und Ministerialdirigent Hartmut Alker. (Foto: Andrea Bohner)

 Der demographische Wandel, die Kommunalfinanzen, die kritische Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe oder der Rückzug der örtlichen Nahversorgung stellen die Kommunen und ihre Bürger vor neue Herausforderungen. 

Vor diesem Hintergrund hat die LEADER-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald das länderübergreifende Kooperationsprojekt "Lebensqualität durch Nähe" (LQN) ins Leben gerufen, an welchem sich in sieben LEADER-Regionen insgesamt 35 Gemeinden beteiligen. 

Im LEADER-Gebiet Mittlerer Schwarzwald beteiligen sich neben Biberach auch Hardt, Oberharmersbach und Fischerbach. Vorrangiges Ziel der Kommunen ist die Sicherung der Grundversorgung und der Lebensqualität in den Orten. "Lebensqualität durch Nähe" baut auf dem Engagement und den Ideen der Bürger auf. Denn die Erfahrungen zeigen: Handlungskonzepte und Projekte können nur dann tragfähig entwickelt werden, wenn sie von den Bürgern gemeinsam erarbeitet und von allen beteiligten Akteuren mitgetragen werden.

„Das Projekt „Lebensqualität durch Nähe“ bietet hierbei einen guten und wichtigen Ansatz“, wie der Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald, der Rottweiler Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel ausführte. 

In den Vorträgen und den Foren am Nachmittag wurden modellhafte Beispiele aus Baden-Württemberg und aus Österreich vorgestellt. Die Foren beschäftigten sich mit Modellen zur Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für Frauen, innovative Wohnformen, die es den Menschen ermöglichen in ihrer gewohnten Umgebung alt zu werden, Modellen zur ortsnahen Rundumversorgung sowie dem Themenkomplex Verbindung von Schule und Wirtschaft in der Gemeinde. 

Biberachs Bürgermeister Hans Peter Heizmann betonte in seiner Begrüßung die große Chance, die das Projekt der Stadt und ihren Bürgern böte und freute sich, dass so viele der Einladung zum Projektauftakt gefolgt seien. Dies zeige, dass das Projekt auf das notwendige Interesse stößt. 

Mit der Durchführung des Projektes und der Begleitung der Projektteams in den Orten wurde die Dienstleister-Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungsprojekte im ländlichen Raum „SPES-Zukunftsmodelle e.V.“ beauftragt. Diese beim Erzbischöflichen Seelsorgeamt in Freiburg angesiedelte Organisation verfügt über einen großen Erfahrungsschatz aus Vorläuferprojekten in anderen Kommunen in Baden-Württemberg. Das Projekt wurde in Österreich entwickelt. „Durch die enge Zusammenarbeit mit Österreich stellen wir sicher, dass die Kommunen auch von den Erfahrungen aus Österreich profitieren können“, so Ingrid Engelhart, geschäftsführende Vorsitzende bei „SPES Zukunftsmodelle e.V.“.

Der Erfahrungsaustausch mit anderen Aktionsgruppen sei eine besondere Stärke des EU-Programms LEADER. "Das EU-Programm LEADER fördert besonders auch regionale und transnationale Zusammenarbeit. LQN setzt hier in vorbildlicher Weise an. Kommunen arbeiten gemeinsam an der Zukunftsfähigkeit der ländlichen Räume. Die Partner haben hier auch die Möglichkeit, sich über Grenzen hinweg auszutauschen und voneinander zu lernen . So wird der europäische Gedanke auf örtlicher Ebene mit Leben erfüllt“, stellte Ministerialdirigent Hartmut Alker vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg in seiner Rede heraus. Er dankte den beteiligten Kommunen für ihr besonderes Engagement. Dies sei in Zeiten der Finanzkrise nicht selbstverständlich und zeige, dass man im ländlichen Raum wirklich etwas bewegen möchte.

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Bürger als praxisnahe Ideengebe

ein Bericht aus dem Offenburger Tageblatt vom 3. Nov. 2009 / vo Andrea Bohner

 

Gut besuchte Auftaktveranstaltung des "Leader"-Projekts "Lebensqualität durch Nähe" in Biberach

 

Rund 70 Teilnehmerbesuchten die Auftaktveranstaltung "Lebensqualität durch Nähe" der "Leader"-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald in Biberach. Dabei wurden Projekte vorgestellt und neue Ideen gesucht.Wie stellt sich der ländliche Raum auf die Herausforderungen der Zukunft ein? Und wie begegnet man hier dem demographischen Wandel?

 

BIBERACH. Als "maßanzugsgerechte Programme für den ländlichen Raum" bezeichnete der Vorsitzende der "Leader"-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald, der Landrat des Landkreises Rottweil Wolf-Rüdiger Michel, in seiner Begrüßung die Inhalte der vom Land Baden-Württemberg und der EU geförderten "Leader" Projekte.  

Auch bei "Lebensqualität durch Nähe" werden ganz individuelle Lösungen gesucht, die nach dem "Bottom-up-Prinzip", also von unten nach oben ermittelt werden: Zuerst einmal haben die Bürger das Sagen, sie formulieren ihre Vorstellungen und Wünsche für die Zukunft. Und erst ganz am Ende der Entscheidungskette steht der Gemeinderat, der Realisierung und Finanzierung vorgeschlagener Projekte absegnen muss.

 

Mit Biberach, Hardt, Oberharmersbach und Fischerbach gehören vier Kommunen zum Leader-Gebiet "Mittlerer Schwarzwald". Neben den Bürgermeistern Hans Peter Heizmann (Biberach), Siegfried Huber (Oberharmersbach) und Herbert Halder (Hardt) waren auch zahlreiche Gemeinderäte und Vertreter von Vereinen vor Ort, um sich in Vorträgen und Foren zu informieren.

 

Es ging um innovative Wohnformen im Alter genauso wie um ein so genantes "DORV"-Zentrum (Dienstleistung und Ortsnahe Rundum- Versorgung) in einer kleineren Gemeinde, in dem nicht nur Lebensmittel sowie private und öffentliche Dienstleister unter einem Dach firmieren, sondern auch eine Sozial-Service-Station angeboten wird. Geplant sind weiter kulturelle Angebote sowie ein Cafè. Besonders spannend: Das Zentrum kann je nach Einwohnerzahl sowohl als kaufmännisches oder als bürgerschaftliches Modell verwirklicht werden.

 

So verstecken sich hinter den etwas sperrigen Bezeichnungen durchaus praktikable Lösungsvorschläge. "Die Verantwortlichkeit der Bürger muß geweckt werden", resümierte Biberachs Bürgermeister Hans Peter Heizmann im Nachgang der Veranstaltung beim Pressegespräch am Montag. Er betonte, dass der Gemeinderat geschlossen hinter dem Projekt stehe und sich zahlreiche Räte aktiv einbringen. "Wir haben in Biberach noch eine gute Versorgung, die es zu erhalten gilt", machte der Rathauschef auch den Vorsorgeaspekt deutlich.  Und: "Wir müssen möglichst viele Bürger in den Diskussionsprozess mit einbinden!"

 

Der demographische Wandel und eingeschränktere finanzielle Spielräume stellen alle Kommunen vor Herausforderungen. Doch auch Biberach selbst steht schon in nächster Zukunft vor tiefgreifenden Veränderungen. Durch die Fertigstellung der Südumfahrung voraussichtlich im April kommenden Jahres wird mit 70 bis 80 Prozent weniger Durchgangsverkehr gerechnet.

 

Das bedeutet für die Geschäfte zwar weniger "Zufallseinkäufer", aber dafür bessere Anfahrts- und Parkmöglichkeiten für die Stammkunden. 

Eine weitere, durch das "Leader"-Projekt professionell zu begleitende Fragestellung ist die Nutzung der "Alten Fabrik"  in der neuen Ortsmitte. Das Gebäude wird derzeit von der Gemeinde in Eigenregie saniert. 

 

In einem Plenum wurden die Eindrücke am Samstag abschließend diskutiert. "Wir müssen Visionen kommunizieren, dran bleiben, an Realisierung glauben ... ": das Fazit auf die Veranstaltung war durchweg positiv. Allerdings ist dass Vorbereitungs-Team in Biberach mit lediglich sieben Mitgliedern noch zu klein aufgestellt. "Das Projekt steht und fällt mit der Unterstützung durch die Bürger", appelliert Hans Peter Heizmann. Und freut sich darüber, dass mit Thies Champion als ehrenamtlichem Projektbegleiter ein sehr kompetenter Betreuer gewonnen werden konnte: "Ein Glücksfall für die Gemeinde, wenn sich jemand so stark engagiert!" 


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