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Projekt soll fit machen für die Zukunft

Ein Bericht des Schwarzwälder Boten vom 21.11.2010  

Beim Forum "Lebensqualität durch Nähe" in Besenfeld (von links): Seewalds Bürgermeister Gerhard Müller, Dajana Grzesik, Geschäftsführerin der Leader-Aktionsgruppe Nordschwarzwald, Reimut Vogel, Ingrid Engelhart (SPES), Rainer Schüle, Christoph Walter, Landrat Helmut Riegger und Heinz Frey (von links) Foto: Blaich Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Ursula Blaich

Seewald-Besenfeld. Die Seewaldhalle in Besenfeld war Treffpunkt des Forums "Lebensqualität durch Nähe". Zahlreiche Vertreter der teilnehmenden Ortschaften aus Baden-Württemberg trafen sich, um weitere Ideen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen.Die Kommunen im ländlichen Raum stehen seit einigen Jahren vor großen Herausforderungen. Der demografische Wandel, die Verlagerung von Arbeitsplätzen und der Rückzug der örtlichen Nahversorgung wie Lebensmittelläden, Banken und Postfilialen stellen die Kommunen zunehmend vor Probleme.

Vor diesem Hintergrund haben sich Leader-Aktionsgruppen aus Baden-Württemberg gemeinsam mit Partnerregionen aus Österreich das Ziel gesetzt, die Leader-Kommunen bei der Erarbeitung zukunftsfähiger Handlungskonzepte zu unterstützen, vor allem durch das Projekt "Lebensqualität durch Nähe" (LQN).

Der Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Nordschwarzwald, der Calwer Landrat Helmut Riegger, begrüßte in Besenfeld zahlreiche Vertreter der am Projekt beteiligten Kommunen, Bürgermeister, Kreis- und Landräte sowie Projektleiter und Projektbegleiter von SPES (Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen).

LQN sei ein Instrument, mit dem auf kommunaler Ebene individuelle, auf die jeweilige Situation der Gemeinden zugeschnittene Entwicklungskonzepte erarbeitet und begleitet werden, sagte Riegger. Dies gehe jedoch nur mit dem Engagement und den Ideen der Bürger, denn Erfahrungen hätten gezeigt, dass Handlungskonzepte und Projekte nur dann tatkräftig entwickelt werden, wenn sie gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet und von allen beteiligten Akteuren mitgetragen werden. Der Vorsitzende zeigte sich erfreut darüber, dass sich bis jetzt – zur Mitte der Projektlaufzeit – schon viel bewegt hat, wie beispielsweise Hilfe von Haus zu Haus, Fahrdienste, Generationenbüro, Zeitbank 55+ oder die Umnutzung einer leerstehenden Kirche zu einem Jugendtreff.

Seewalds Bürgermeister Gerhard Müller ging auf Seewald mit seinen rund 2400 Einwohnern ein. Der Gemeinderat hatte vor einem Jahr beschlossen, am LQN-Projekt teilzunehmen.

Reimut Vogel, Chefredakteur des Baden-Württemberg-Magazins, schilderte, was einen Ort am Leben hält. Grundsätzlich ziehe es Menschen an Orte, in denen ihre Grundbedürfnisse und sichere Strukturen garantiert seien. Wichtig für die Bürger sei es, das "Wir-Gefühl" zu verantworten. Die Menschen könnten sich nur dann wohlfühlen, wenn sie innerhalb einer geordneten Struktur leben, in der Bäcker, Apotheker, Metzger, Schule und Arzt vorhanden seien. Sie seien gefordert, sich mit Eigenverantwortlichkeit an der Gestaltung ihrer Lebensräume zu beteiligen. Wenn die Infrastruktur nicht mehr stimme, würden viele, hauptsächlich junge Menschen wegziehen, und der Ort sterbe. Letztlich seien daran die Menschen aber selbst schuld.

Der Initiator und ehrenamtliche Geschäftsführer des DORV-Zentrums, Heinz Frey, informierte, wie die Nahversorgung mit Lebensmitteln sichergestellt und mit anderen Dienstleistungen kombiniert werden kann. DORV steht für Dienstleistung und ortsnahe Rundum-Versorgung. Bei dieser Idee geht es darum, dass man Lebensmittel, Dienstleistungen und medizinische Versorgung komplett an einem Ort erhält. Das DORV-Zentrum wird so zu einem Kommunikationszentrum im Ort, an dem man sich trifft, zusammen Kaffee trinkt und wo auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Erste Schritte für solch ein Projekt wurden in Bad-Rippoldsau-Schapbach eingeleitet.

Von den Möglichkeiten der Gemeinden, sich zu einem Bioenergiedorf zu entwickeln, berichtete Rainer Schüle, Geschäftsführer der Energieagentur Regio Freiburg. Christoph Walther von der PTV Planung Transport Verkehr AG, Karlsruhe, zeigte Lösungen und Möglichkeiten, wie die öffentliche Mobilität auf dem Land am Leben erhalten werden kann, zum Beispiel mit Bürgerbussen, privater Mitnahme und Multitaxis.

 


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